Gewinner 2019

Cod.Act – André & Michel Décosterd

Gewinner Schweizer Grand Prix Musik 2019

Cod.Act – André & Michel Décosterd © Xavier Voirol

André und Michel Décosterd wurden beide in Le Locle geboren (1967 und 1969). André spezialisiert sich nach dem Diplom an der Ecole de Jazz et de Musique Actuelle (Ejma) in Lausanne auf programmierte Musik und algorithmische Komposition. Michel ist diplomierter Architekt, bald nach den Abschlüssen gründen die Brüder Cod.Act (1997). Seither zahlreiche internationale Ausstellungen und Preise, unter anderem die Goldene Nica an der Ars Electronica Linz und dreimal ein Hauptpreis am Japan Media Arts Festival.

Cod.Act

Sebb Bash

Seine Liebe gehört dem schwarzen, gerillten Plastik – und das seit Jahr und Tag: der Lausanner Sébastien Vuignier, Jahrgang 1974, hat sich in den Neunziger Jahren als DJ und Begründer der Sendung «Métissage» auf Couleur 3 einen Namen gemacht und sein Wissen über Rhythmik, die Kombination der richtigen Klänge und alle versteckten Winkel der Musikgeschichte anschliessend mehr und mehr in seine eigenen Produktionen einfliessen lassen. Letztes Jahr steuerte er u.a. Musik zum gefeierten Soul-Projekt Children of Zeus aus Manchester bei und veröffentlichte unter eigenem Namen einen Langspieler auf dem Label der US-Produzentenlegende The Alchemist (u.a. Tour-DJ von Eminem).

Sebb Bash

Pierre Favre

Mit dem Jazz kam Pierre Favre zunächst über den Be-Bop in Berührung. Danach spielte er Stücke älterer Stilrichtungen wie New Orleans und Dixieland. Gegen Ende der 60er-Jahre entwickelte er ein neues Melodiekonzept des Schlagzeugs und veränderte sein Instrument, um die Möglichkeiten des modernen Drummings zu erweitern. Seit den Anfängen in den frühen 70er-Jahren sind Pierre Favres Perkussions-Soli von Kritikern begeistert aufgenommen worden. Pierre Favre widmet sich ausserdem dem Komponieren.

Pierre Favre

KT Gorique

KT Gorique kam 1991 in Abidjan als Kind ivorischer und italienischer Eltern zur Welt und zog mit elf Jahren in die Schweiz. Mit acht begann sie zu reimen, mit elf tanzte sie Hip Hop und mit nur 21 gewann sie als erste Frau, erste Schweizerin und jüngste Teilnehmerin das Rapbattle «End of the Weak» in NYC und lancierte mit ihrem Debutalbum «Tentative de Survie» eine Karriere, die Schauspiel (sie erhielt u.A. den Preis für «Best Actress» für ihre Rolle in «Brooklyn»), Tanz und Rap umfasst. Sie spielt Shows von Senegal über Kanada bis Europa und ist aus der Schweizer Rapszene nicht wegzudenken.

KT Gorique

Béatrice Graf

Béatrice Graf wurde 1964 in Nyon (VD) geboren und lebt in Genf. Sie ist als Musikerin und Komponistin in verschiedenen Bereichen tätig, zu denen Jazz, Rock, Weltmusik, zeitgenössische Musik und Elektro, aber auch Theater, Multimedia, Performance, Kunst, Tanz, Erzählung oder Video zählen. Sie ist in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Afrika aufgetreten und ihre Aufnahmen wurden von internationalen Labels veröffentlicht (Enja, Unit, Altrisuoni, Bonzai Music). Zu ihren Projekten als Schlagzeugerin gehören die Gruppen Four Roses, Ester Poly und Country Cooking.

Béatrice Graf

Ils Fränzlis da Tschlin

1983 wollte der Musiker Men Steiner aus Scuol alte Gesänge aus dem Engadin auf Schallplatte einspielen. Er nahm Musik von Fränzli alias Franz Josef Waser hinzu, der von 1858 bis 1895 auf einem Bauernhof im Unterengadin gelebt hatte. Steiner bat den Klarinettisten Domenic Janett, ein Orchester zusammenzustellen. So entstand mit einer Klarinette, einem Kornett, einem Kontrabass, einer Viola und einer Violine die Gruppe Ils Fränzlis da Tschlin. Fünf gut ausgebildete Musiker, die Jazz und Ländler mit Chören, Orchestern und Schulen aus dem Engadin und seinem Unterland spielten. Madlaina Janett ersetzte dann Flurin Caviezel an der Bratsche und Anna Staschia Men Steiner an der Geige. Anstelle des melancholischen Kornetts von Duri Janett hört man heute Cristina Janett am Cello. Seit 35 Jahren spielt Domenic Klarinette und sein Bruder Curdin Kontrabass und Akkordeon. Domenic ist der Vater der Geigerin, während die Bratscherin und der Cellistin Curdins Töchter sind.

Ils Fränzlis da Tschlin

Michael Jarrell

Michael Jarrell, geboren in 1958 in Genf, studiert bildende Kunst und macht gleichzeitig Musik. Nach dem Studium bildet er sich bei Éric Gaudibert am Conservatoire Populaire de Genève und anschliessend an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau bei Klaus Huber in Komposition aus. Er gewinnt zahlreiche Preise, erhält 1988 eine Residenz in der Villa Medici in Rom, wird Ende der 1980er-Jahre Mitglied des Istituto Svizzero di Roma, unterrichtet seit 1993 Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien und seit 2004 gleichzeitig an der Haute École de Musique de Genève.

Michael Jarrell

Kammerorchester Basel

Als «Serenata Basel» 1984 gegründet. Neubeginn 1999 unter der Bezeichnung «Kammerorchester Basel» – dies in Anlehnung an das Basler Kammerorchester Paul Sachers. Erweiterung des Wirkungskreises über Basel hinaus. Und Schärfung des ästhetischen Profils, auch als Ensemble für neue Musik wie als Barockorchester. Seit 2015 regelmässige Zusammenarbeit mit den Dirigenten Giovanni Antonini und Heinz Holliger. Konzertante Opernaufführungen und Vermittlungsarbeit für junge Menschen.

Kammerorchester Basel

Les Reines Prochaines

1987 traten Les Reines des Couteaux, Muda Mathis, Teresa Alonso und Regina Florida Schmid das erste Mal in einer Underground-Location in Basel auf. Alle Gründungsmitglieder sind bildende Künstler. Sie machten Musik, indem sie Gemüse wie zum Zubereiten einer Suppe schnitten, sangen und Synthesizer-Klänge hinzufügten. Ein Jahr später kam die Gruppe unter dem Namen Les Reines Prochaines wieder zusammen. Mit den neuen Mitgliedern Fränzi Madörin und Pipilotti Rist wurden Konzerte und Multimedia-Performances veranstaltet. Zurzeit besteht die Gruppe aus Michèle Fuchs, Fränzi Madörin, Muda Mathis und Sus Zwick.

Les Reines Prochaines

Bonaventure – Soraya Lutangu

Soraya Lutangu alias Bonaventure ist eine schweizerisch-kongolesische Musikproduzentin und Komponistin. Sie wohnt in Lissabon. 2016 erscheint ihre erste Single «Complexion» und im gleichen Jahr arbeitet sie mit der Künstlerin und Schriftstellerin Hannah Black und mit der Modemacherin Ebba Fransén Waldhör zusammen für das Projekt Anxietina, das sie am ICA & Chisensale in London, am MoMA PS1 in New York, im Centre Pompidou in Paris und im Centre d’Art Contemporain in Genf performen. Im Mai 2017 folgt ihre erste EP, «FREE LUTANGU», und 2018 die zweite, «Mentor».

Bonaventure

Rudolf Lutz

Rudolf Lutz, geboren 1951, ist Dirigent, Organist, Komponist und Dozent. Bis 2013 war er in St. Gallen Organist an der evangelischen Kirche St. Laurenzen und leitete bis 2008 den Bach-Chor. Lutz ist international gefragter Lehrer an Meisterkursen und hat an der Schola Cantorum Basel Improvisation unterrichtet. 2006 erhielt er den Kulturpreis des Kantons St. Gallen, 2015 den Preis der Stiftung für Abendländische Ethik und Kultur. Seit 2006 ist er künstlerischer Leiter der St. Galler J.S. Bach-Stiftung.

Rudolf Lutz

Björn Meyer

Der Bassist und Komponist Björn Meyer wurde am 5. September 1965 in Stockholm geboren, wuchs in Schweden auf, lernte Trompete, spielte in diversen Bands Gitarre, wechselte mit 18 zum E-Bass. Seit 1989 Profi-Musiker, lebt er seit 1996 in der Schweiz. Mit der iranischen Harfenistin Asita Hamidi gründete er 2002 das bedeutende Musikernetzwerk Bazaarpool. Er veröffentlichte CDs u. a. mit Nik Bärtsch und Anouar Brahem, 2017 die Solo-CD „Provenance“, lehrt als Gastdozent in Schweden und der Schweiz.

Björn Meyer

d’incise – Laurent Peter

Laurent Peter wurde 1983 in Genf geboren. Als Jugendlichen zog es ihn zu Reggae, Dub und Drum ‘n’ Bass, die aus den Anlagen der besetzen Häuser in seiner Stadt tönten. Mit dem Kollektiv Audioactivity begann er selbst solche Musik zu machen. Er nannte sich d’incise und entdeckte experimentellere Ansätze, trat solo und oft auch mit Cyril Bondi auf und erforschte die konzeptionellen Verbindungen zwischen Dub, elektroakustischer, improvisierter, komponierter, minimalistischer und traditioneller Musik. Zu den Projekten des Duos gehören La Tène, Diatribes und Insub Meta Orchestra. Unter dem Namen Tresque macht Laurent Peter auch Techno.

d’incise

Andy Scherrer

Andy Scherrer unterrichtete von 1975 bis 2011 Saxofon an der Swiss Jazz School in Bern. Seit 1972 arbeitet er als freischaffender Musiker mit seinen eigenen Bands, mit dem Slide Hampton-Joe Haider Orchestra, Isla Eckingers Band "Hot Mallets", Billy Brooks' Gruppe Free Bop, ausserdem mit Renato Anselmi sowie mit den Schweizer Bands Magog um Klaus Koenig und Cojazz (als Pianist). Seine ersten Aufnahmen als Bandleader stammen von 1999 (Quartet, Special Sextet, Duo mit Bill Carrothers).

Andy Scherrer

Marco Zappa

Marco Zappa ist Musiker und Multiinstrumentalist. Er wurde 1949 in Locarno geboren, ist ausgebildeter Erziehungswissenschaftler und Gitarrist und hat bereits mehr als dreissig Alben produziert. Zappas Werk zwischen Musikethnologie, Weltmusik und Liedermacherei hat seine Wurzeln in der italienisch- und englischsprachigen alternativen Kultur der 1960er-Jahre. Als unabhängiger Schaffer und Produzent arbeitet er seit jeher in seinem persönlichen Aufnahmestudio, in ständigen und zahlreichen Zusammenarbeiten.

Marco Zappa