Gewinnerin Nominierte 2016

Sophie Hunger

Gewinnerin 2016

Sophie Hunger wurde 1983 in Bern geboren und brachte 2006 ihr erstes selbstproduziertes Album heraus. Das Werk schlug ein wie eine Bombe. Bereits 2008 spielte die Deutschschweizer Sängerin am renommierten Montreux Jazz Festival. Im darauffolgenden Jahr veröffentlichte sie «Monday’s Ghost». Die Platte erhielt in der Schweiz schon nach kurzer Zeit Platin und diente als Sprungbrett für ihre internationale Karriere. Heute hat sich Sophie Hungers Stil durchgesetzt: Eine Kombination aus verführerischem Pop auf Schweizerdeutsch, Französisch und Englisch und einer starken Persönlichkeit, die sich nicht scheut, sich zu engagieren.

Sophie Hunger

Susanne Abbuehl

Die Sängerin und Komponistin Susanne Abbuehl wurde 1970 in Bern geboren. Als Kind spielte sie Cembalo, später studierte sie in Den Haag Jazzgesang und Komposition und in Bombay klassischen indischen Gesang. Von ECM unter Vertrag genommen, veröffentlicht Sie 2001 „April“. Diese Veröffentlichung (ausgezeichnet mit dem EDISON Music Award), brachte ihr grosse internationale Anerkennung. Neben ihrer Konzerttätigkeit in bisher dreiundzwanzig Ländern arbeitet Susanne Abbuehl als Komponistin für Hörspiel (Nomination für den Prix Marulić 2013) und Theater. Mit einem einzigartigen kammermusikalischen Zugang und besonderem Interesse an Instrumentierung und Zusammenspiel gehört sie heute mehr denn je zu den grossen Stimmen des Jazz.

Susanne Abbuehl

Laurent Aubert

Der 1949 in Genf geborene Laurent Aubert ist ein Wegbereiter der World Music. Der Anthropologe und Musiker war während über 28 Jahren der Konservator des Departements Musikethnologie am MEG* und rief 1983 die Ateliers d’ethnomusicologie ins Leben, denen wir zahlreiche Tagungen, Konferenzen und Praktikumsmöglichkeiten verdanken. Laurent Aubert studiert und spielt zahlreiche Musiken, insbesondere aus Indien und Afghanistan. Er ist assoziierter Experte an der Akademie Charles Cros und bei der UNESCO (Sektion immaterielles Kulturerbe) und hat zahlreiche Texte über World Music verfasst, darunter La musique de l'autre (2001), Les feux de la déesse (2004) et La saveur des arts (2011). Darüber hinaus ist er der Gründer der Zeitschrift Les Cahiers d’ethnomusicologie. *Musée d’Ethnographie de Genève

Laurent Aubert

Philippe Jordan

Philippe Jordan ist Musikdirektor bei der Pariser Oper und Chefdirigent bei den Wiener Symphonikern. Er ist der Sohn des Dirigenten Armin Jordan und kam 1974 in Zürich zur Welt. Bereits als Kind begann er mit dem Studium von Klavier, Violine und Gesang. Nach seiner Ausbildung als Klavierlehrer mit Auszeichnung am Konservatorium Zürich sammelt er in den Jahren 2000 unter der Leitung von Daniel Barenboim weitere Erfahrungen an der Staatsoper Unter den Linden Berlin. Der von Wagner begeisterte Jordan beeinflusst und prägt heute die wichtigsten internationalen Bühnen.

Philippe Jordan

Tobias Jundt

Der 38-jährige Künstler Tobias Jundt hat Exzentrik und Volatilität zu seinem Markenzeichen gemacht. In seiner Heimatstadt Bern verschreibt er sich in den Neunziger- und frühen Nullerjahren der Jazzmusik, Ghostwriting und klassischer Komposition. Nach langen Jahren des Vagabundierens enwirft er 2006 in Berlin als BONAPARTE eine neue Identität - ein musikalisches Konstrukt mit variabler Geometrie, in der er das einzige feste Mitglied ist. In dieser weltweit über 500 mal aufgeführten Bühnenshow vermischen sich neben Popkulturellen Parametern auch Zirkuselemente, Bauhaustheater und Punk. Jundt ist seid 2007 Gastdozent an der Hochschule der Künste in Zürich und dem Mozarteum in Salzburg.

Tobias Jundt

Peter Kernel

Peter Kernel ist das Duo der kanadischen Sängerin Barbara Lehnhoff und dem Tessiner Gitarristen Aris Bassetti. Beide stammen ursprünglich eher aus der Ecke der musikalischen, klanglichen und visuellen Experimente. Man könnte also von zwei Künstlerpunks sprechen, die ihre Musik auf die minimale und primäre Ebene zurückführen. Um ihre musikalische Vision zu verbreiten, haben sie das Label On the Camper Records gegründet, bei dem auch ihre drei Alben sowie jene von Camilla Sparksss (Soloprojekt von Barbara Lehnhoff) und Werke von weiteren Tessiner Musikschaffenden erschienen sind. Peter Kernel ist heute eine allgemein anerkannte Band in der europäischen Indie-Rock-Szene.

Peter Kernel

Matthieu Michel

Matthieu Michel wurde 1963 in Freiburg geboren und ist einer der bekanntesten Jazztrompeter und Flügelhornvirtuosen in Europa. Seit 1992 ist er Mitglied des Vienna Art Orchestra. Er hat unter anderem mit Susanne Abbuehl, Malcolm Braff, Richard Galliano und Daniel Humair zusammengearbeitet. In verschiedenen Kombinationen mit nationalen und internationalen Musikschaffenden hat Michel bis heute sieben Alben bei etablierten und auch weniger bekannten Jazzlabels aufgenommen. Sein besonderes Timbre, sein Gespür für die Improvisation, seine gekonnte Introspektive und seine Poesie machen seine ganze Verführungskraft aus.

Matthieu Michel

Fabian Müller

Die Werke des 1964 in Zürich geborenen Komponisten und Cellisten Fabian Müller wurden durch grosse Musiker unserer Zeit, wie David Zinman, Andris Nelsons oder Steven Isserlis uraufgeführt und erklangen in den renommierten Sälen der Welt wie der Carnegie Hall, dem Teatro Colon oder der Tonhalle Zürich. Daneben ist er ein profunder Kenner und Förderer der Schweizer Volksmusik. 10 Jahre arbeitet er an der Herausgabe der Hanny Christen-Sammlung, einer zehnbändigen Volksmusik-Anthologie mit über 10`000 Melodien aus dem 19. Jahrhundert, welche eine neue Ära für die Schweizer Volksmusik einläutete.

Fabian Müller

Nadja Räss

Die in klassischem Gesang ausgebildete Nadja Räss wurde 1979 im Kanton Schwyz geboren und tauchte schon sehr früh in die Welt des Jodels ein. Sie wird nicht müde, als Solistin oder Gastsängerin mit den Ensembles der Akkordeonspieler Willi Valotti respektive Markus Flückiger oder mit dem Sinfonieorchester Camerata Schweiz aufzutreten. Sie interessiert sich auch für andere traditionelle Gesangsformen, engagiert sich in der Stiftung KlangWelt Toggenburg und gründete die Jodel Academy. Nadja Räss verkörpert die Neue Volksmusik mit Leidenschaft und Elan.

Nadja Räss

Mathias Rüegg

Der Zürcher Pianist, Komponist und Chefdirigent Mathias Rüegg wurde 1952 geboren. Mit 25 Jahren gründete er das Vienna Art Orchestra, mit dem er rasch in ganz Europa Erfolg hatte. Da das Orchester verschiedene Repertoires von Jazzgrössen bis hin zur klassischen Musik beherrschte, konnte es je nach Projekt sowohl als Big Band als auch als kleines Ensemble funktionieren. Im Jahr 1992 gründete Mathias Rüegg zudem den jazzclub porgy & bess. Nach der Auflösung des Vienna Art Orchestra führt er seine Experimente im Schnittpunkt klassischer Musik und Jazz unter anderem mit der österreichischen Sängerin Lia Piale weiter.

Mathias Rüegg

Hansheinz Schneeberger

Der 1926 in Bern geborene Violinist ist bekannt für seine radikalen Interpretationen und seine charismatische Bühnenpräsenz. Im Jahr 1958, mit gerade einmal 32 Jahren, wurde er für die Weltpremiere des Violinkonzerts Nr. 1 von Bartók in Basel ausgewählt. Anschliessend war er erster Konzertmeister des prestigeträchtigen NDR Sinfonieorchesters in Hamburg, bevor er unter der Leitung von Ernest Ansermet spielte. Schneeberger ist eine tragende Figur der klassischen Musik der Nachkriegszeit und tritt an den führenden Festivals in ganz Europa und Asien auf.

Hansheinz Schneeberger

Colin Vallon

Der Waadtländer Pianist Colin Vallon gehört zu den Schlüsselfiguren der Schweizer Jazzszene. In der Tat ist er ein Virtuose mit einer schier unglaublichen Sensibilität und künstlerischen Reife. Bereits ganz am Anfang seiner Karriere entwickelte er seine eigenen Techniken im Bereich des präparierten Klaviers. Heute ist Colin Vallon 35 Jahre alt und hat vier Alben veröffentlicht, wovon zwei bei ECM erschienen sind. Er hat Seite an Seite mit den grössten Jazzmusikern (Tom Harrell, Kenny Wheeler usw.) gespielt und tritt regelmässig auf mit dem Quartett der schweizerisch-albanischen Sängerin Elena Duni und jenem des Genfer Saxophonisten Nicolas Masson (Parallels).

Colin Vallon

Hans Wüthrich

Der Berner Hans Wüthrich, der nächstes Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, ist nicht aus dem zeitgenössischen europäischen Kulturschaffen wegzudenken. Der Doktor in Philosophie und Sprachwissenschaftler, Professor für Musiktheorie und vor allem auch Denker ohne Grenzen agiert am Schnittpunkt der Sprache und der Musik und kreiert einzigartige Werke, die Theater und Musik verschmelzen lassen. Wüthrich wird somit sowohl von der Komponistengilde als auch von der Theaterwelt gefeiert und ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin.

Hans Wüthrich

Lingling Yu

Lingling Yu ist ein wahres Wunderkind der chinesischen Musik. Sie ist eine Virtuosin an der Erhu und der Pipa, zwei Saiteninstrumenten aus China. Mit 25 Jahren gewann sie den nationalen Wettbewerb für traditionelle chinesische Musik. 1998 kam sie in die Schweiz und interessierte sich für die Beziehung zwischen orientalischer und abendländischer Musik, zunächst unter der Leitung von Professor Jean Balissat, danach zusammen mit weiteren Musikkoryphäen. Seither gab und gibt Lingling Yu zahlreiche traditionelle, klassische und moderne Musikkonzerte, sowohl in der Schweiz als auch auf den bekanntesten Bühnen der Welt.

Lingling Yu

Alfred Zimmerlin

Der 1955 in Zürich geborene Komponist und Cellist Alfred Zimmerlin gilt als Wegbereiter für die zeitgenössische und improvisierte Musik. In den 1980er-Jahren fällt er ein erstes Mal auf mit dem Trio KARL ein KARL, mit dem er neue Spiel- und Aufnahmetechniken, das kollektive Komponieren und das Experimentieren mit präparierten Instrumenten ausprobierte. Der polyvalente Zimmerlin hat auch Bühnenstücke und Werke für Film und Rundfunk geschrieben sowie Kammer- und Orchestermusik komponiert.

Alfred Zimmerlin